31.03.-09.04.2018
  • Magnus Carlsen
    Magnus Carlsen

    Name: Magnus Carlsen
    Alter: 27
    Nation: Norwegen
    Weltrangliste: Nr. 1

    Weiterlesen...
  • Hou Yifan
    Hou Yifan

    Name: Hou Yifan
    Alter: 23
    Nation: China
    Weltrangliste: Nr. 96

    Weiterlesen...
  • Georg Meier
    Georg Meier

    Name: Georg Meier
    Alter: 30
    Nation: Deutschland
    Weltrangliste: Nr. 109

    Weiterlesen...
  • Arkadij Naiditsch
    Arkadij Naiditsch

    Name: Arkadij Naiditsch
    Alter: 32
    Nation: Aserbaidschan
    Weltrangliste: Nr. 41

    Weiterlesen...
  • Viswanathan Anand
    Viswanathan Anand

    Name: Viswanathan Anand
    Alter: 48
    Nation: Indien
    Weltrangliste: Nr. 9

    Weiterlesen...
  • Levon Aronian
    Levon Aronian

    Name: Levon Aronian
    Alter: 35
    Nation: Armenien
    Weltrangliste: Nr. 5

    Weiterlesen...
  • Matthias Blübaum
    Matthias Blübaum

    Name: Matthias Blübaum
    Alter: 20
    Nation: Deutschland
    Weltrangliste: Nr. 138

    Weiterlesen...
  • Fabiano Caruana
    Fabiano Caruana

    Name: Fabiano Caruana
    Alter: 25
    Nation: USA
    Weltrangliste: Nr. 7

    Weiterlesen...
  • Nikita Vitiugov
    Nikita Vitiugov

    Name: Nikita Vitiugov
    Alter: 31
    Nation: Russland
    Weltrangliste: Nr. 26

    Weiterlesen...
  • Maxime Vachier-Lagrave
    Maxime Vachier-Lagrave

    Name: Maxime Vachier-Lagrave
    Alter: 27
    Nation: Frankreich
    Weltrangliste: Nr. 6

    Weiterlesen...

Georg Meier verpasst Sieg gegen den Weltmeister

In der 5. Runde der GRENKE Chess Classic endeten alle Partien trotz großem Kampf Unentschieden, wodurch sich an der Tabellensituation nichts ändert. Eine große Siegchance verpasste Georg Meier gegen Magnus Carlsen, der den Bogen überspannte. Arkadij Naiditsch spielte eine schöne Angriffspartie gegen Matthias Blübaum, gab den Gewinn aber aus der Hand. Maxime Vachier-Lagrave und Levon Aronian teilten sich schon nach zwei Stunden den Punkt. Bei Hou Yifan und Nikita Vitiugov wurde das Gleichgewicht nie ernsthaft gestört genau wie bei Viswanathan Anand und Fabiano Caruana.


Die Partie zwischen Levon Aronian und Maxime Vachier-Lagrave endete schon nach zwei Stunden remis. Aronian ist einer der größten Experten des Marshall-Angriffs der Spanischen Partie. Das weiß Vachier-Lagrave natürlich und wählte mit 8.a4 eine Anti-Marshall-Variante. Der französische Großmeister kreierte durch den Tausch der weißfeldrigen Läufer einen Doppelbauern auf e6, preschte aber auch mit seinem a-Bauern bis nach a5 vor, was immer zweischneidig ist. Dort kann der Bauer die schwarzen Kreise einengen, langfristig aber auch zur Schwäche neigen.


Vachier-Lagrave und Aronian begrüßen sich zu Beginn ihres Duells


Eine kritische Stellung entstand nach 18...c5. Vachier-Lagrave opferte vorübergehend eine Figur, bekam sie durch einen Doppelangriff auf der e-Linie zurück. Aronian dachte eine halbe Stunde nach und fand mit einem Gegenopfer des Turmes auf f3 die beste Erwiderung. Im Läuferendspiel besaß er sogar die Chance den in der Eröffnung auf a5 gestrandeten Bauern zu gewinnen, doch er hätte im Gegenzug den weißen König in seine Stellung eindringen lassen müssen. Dieses Risiko wollte er nicht eingehen und forcierte stattdessen eine dreimalige Zugwiederholung.

Wie sich Aronian nach der Partie äußerte, können sie im folgenden Video sehen und hören:


Nach gut drei Stunden endete der Kampf zwischen Hou Yifan und Nikita Vitiugov. Gegen die Saizew-Variante der Spanischen Partie wählte die chinesische Großmeisterin den Vorstoß 12.d5, der Weiß vorübergehend Raumvorteil gibt. Schwarz glich die Stellung durch die Umgruppierung des Springers über b8 nach d7 und dem typischen Vorstoß 12...c6, der das weiße Zentrum auflöst, aus.


Hou Yifan und Nikita Vitiugov trennten sich remis


Hou Yifan versuchte die Felderschwächen d5 und f5 mit ihren Springern auszunutzen, doch Vitiugov kreierte rechtzeitig Gegenspiel am Damenflügel durch den Vorstoß seiner Bauern. Der russiche Großmeister schaffte es sogar durch seine Aktivität einen Bauern zu gewinnen, doch letztendlich besaß Hou Yifan einen guten Springer auf d5 gegen einen schlechten schwarzfeldrigen Läufer, der ihr das Remis sicherte.

Im Anschluß interviewten wir die beste Spielerin der Welt zu dieser Partie und zu ihrem bisherigen Abschneiden im Turnier:


Viswanathan Anand ist eine Art Angstgegner für Fabiano Caruana, wie die Kommentatoren Jan Gustafsson und Peter Leko in der Liveübertragunng anmerkten, doch in der 5. Runde erkämpfte sich der 25-jährige Amerikaner einen halben Punkt. In der Vorstoß-Variante der Caro-Kann Verteidigung wählte Caruana eine seltene Idee mit einem frühen Bauernopfer auf c5. Anand gab den Bauern aber schnell zurück, um den starken schwarzen Läufer auf e4 zu tauschen.

In einem unübersichtlichen Mittelspiel überraschten beide Spieler immer wieder mit ungeahnten Bauernvorstößen ohne aber das Gleichgewicht entscheidend zu stören. Spätestens nach dem 27. Zug, als der Großteil der Figuren vom Brett verschwunden war, war klar, dass das Endspiel remis enden wird.


Vishy Anand und Fabiano Caruana zeigten viele taktische Wendungen


Georg Meier verpasste eine große Siegchance gegen Magnus Carlsen. In einer Katalanischen Partie mit einer Bauernstruktur, die an den Stonewall-Aufbau der Holländischen Verteidigung erinnert, hatte Meier von Beginn an dank der besseren Struktur und besseren Leichtfiguren Stellungsvorteile. Im Bestreben auf Gewinn zu spielen, überreizte Carlsen mit einem riskanten Bauernvorstoß am Königsflügel seine Stellung. "Dieser Zug ist eine Art Bluff", gab der Weltmeister im Anschluss zu.

Meier stand kurze Zeit später auf Gewinn, weil seine Schwerfiguren entscheidend gegen den schwarzen König hätten vorgehen können, doch in Zeitnot verpasste er einen taktischen Schlag. "Mit zehn Minuten auf der Uhr hätte ich mich geärgert, aber mit wenig Zeit kann das passieren", meinte der deutsche Großmeister. Stattdessen entstand nach der Zeitkontrolle ein ausgeglichenes Endspiel, das die Kontrahenten sofort remis gaben.


Der Weltmeister mit Glück gegen Georg Meier


Arkadij Naiditsch wird sich noch mehr ärgern als Georg Meier. Gegen Matthias Blübaum wählte er eine Variante der Retí Eröffnung, in der er mit dem weißen König auf e1 verbleibt und mit dem Vorstoß des g-Bauern einen Angriff am Königsflügel initiiert. Blübaum ließ sich zu einer Schwächung am Königsflügel hinreißen, wonach Naiditsch die Initiative übernahm.

Im 20. Zug verübte Blübaum einen taktischen Fehler und die weißen Figuren drangen in seine Stellung ein. Naiditsch war in seinem Element und opferte einen Turm auf g7. Der schwarze König war entblößt, aber erstaunlicherweise machte er den Sack nicht zu. Stattdessen entstand ein Endspiel, in dem Weiß mit Läufer und drei Bauern gegen Turm besser stand, aber die Verwertung des Vorteils Schwierigkeiten bereitete. Blübaum drang mit seinem Turm in die weiße Stellung ein und sicherte sich dadurch das Remis.


Naiditsch verpasste gegen Blübaum seinen ersten Sieg bei der GRENKE Chess Classic 2018


Die sechste Runde der GRENKE Chess Classic findet am Freitag ab 15 Uhr statt. Die Paarungen lauten:

Paarungen der 6. Runde (06.04.2018 / 15:00)
TischTNrTeilnehmer-TNrTeilnehmerErgebnis
1 10. Carlsen, Magnus - 8. Aronian, Levon  - 
2 9. Vitiugov, Nikita - 7. Vachier-Lagrave, Maxime  - 
3 1. Caruana, Fabiano - 6. Hou, Yifan  - 
4 2. Bluebaum, Matthias - 5. Anand, Viswanathan  - 
5 3. Meier, Georg - 4. Naiditsch, Arkadij  - 


Text und Fotos: Georgios Souleidis